Geschichte



Das Marionetten-Theater - von Emanuel und Franz Zangerle gegründet - wird nach einer wechselhaften Geschichte

1956

in Düsseldorf in der Wallstraße ansässig.

1966

bezieht das „Theater Rheinischer Marionetten“ die Räume im Palais Wittgenstein in der Bilker Straße. Nach dem Tod Emanuel Zangerles 1967 führte dessen Bruder Franz das Theater zunächst gemeinsam mit seinem Neffen Winfred weiter. 1973 zog sich Franz Zangerle in den Ruhestand zurück.

Nach dem frühen Tod Winfred Zangerles 1980 übernimmt Anton Bachleitner

1981

die künstlerische Leitung des Theaters. Als Debüt inszeniert er die von ihm selbst entwickelte Geschichte „Fantasius Pan“ um Fantasie und Wirklichkeit.

1982

arbeitet das Marionetten-Theater anlässlich der Norbert-Nackendick-Uraufführung erstmals mit dem Autor Michael Ende und dem Komponisten Wilfried Hiller zusammen. Endlich wird das Marionetten-Theater tourneefähig: mit einer speziell konstruierten Reisebühne gastiert das Marionetten-Theater in der Bayerischen Staatsoper in München.

1983

wird „Krabat“ von Otfried Preußler inszeniert. Anton Bachleitner erhält den Literaturförderpreis der Stadt Düsseldorf. Gastspielreisen führen das Ensemble nach Süddeutschland und Salzburg. Zu den Gastspielhöhepunkten gehören 1984 die Aufführungen bei den Wiener Festwochen. Mit „Die Geschichte vom Soldaten“ und „Petruschka“ von Igor Strawinsky wird auf der Marionettenbühne ein Ballett-Abend choreographiert.

1985

zeigt das Düsseldorfer Theatermuseum die hölzernen Stars des Marionetten-Theaters in einer Ausstellung. Auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen erfindet Anton Bachleitner zusammen mit dem Percussionisten Christian Roderburg die „Sternstunde“.

1986

erfolgt die Übernahme der Geschäftsführung durch Anton Bachleitner und die Neugründung des Theaters als „Düsseldorfer Marionetten-Theater“ gemeinnützige GmbH. Ein Gastspiel im Deutschen Pavillon auf der Expo 1986 führt das Marionetten-Theater mit der Sternstunde in Vancouver/Kanada. Im Oktober folgt die erste Premiere des neugegründeten Theaters mit der E.T.A.-Hoffmann-Bearbeitung „Klein Zaches, genannt Zinnober“.

1987

nimmt sich das Marionetten-Theater dem traditionellen Puppentheater-Stoff „Faust“ an und bringt mit „Faust - ein Traum“ eine zeitgemäße Faustadaption heraus. Nach einem Gastspiel in Reading/England findet im Juni die erste von bislang sechs Festspielwochen des Düsseldorfer Marionetten-Theaters statt.

1988

wagt man sich erfolgreich an die Inszenierung der „Zauberflöte“, die über Jahre das meistgespielte Stück des Marionetten-Theaters bleibt. Ein Höhepunkt ist die Einladung zum UNIMA-Weltkongress nach Nagoya/Japan, wo das Marionetten-Theater beim Puppenspielerfestival Deutschland vertreten darf.

1989

ist wieder eine Uraufführung auf der Marionettenbühne zu sehen: „Der Golem“ von Susanne Kröber, frei nach Gustav Meyrink.

Ein Gastspiel führt das Ensemble

1990

nach Warschau/Polen. Im Dezember findet die Figurentheater-Uraufführung von Michael Endes Zauberposse „Der Wunschpunsch“ in Düsseldorf statt.

Im Juni

1991

sind die Düsseldorfer zu Gast bei den renommierten Dresdner Musikfestspielen. Im Herbst 1991 tritt das Düsseldorfer Marionetten-Theater eine zweiwöchige Russland-Tournee an: mit Gastspielen im berühmten Zentralen Puppentheater Moskau, in Rjasan und Woronesh und einem Besuch bei der Puppenspiel-Ikone Sergej Obraszow.

Nach einer intensiven Produktionszeit im Sommer und Herbst 1992 feiert „Der Mond“ von Carl Orff im Februar

1993

seine Premiere.

Bei einem Live-Auftritt im ZDF in Justus Frantz' „Achtung! Klassik“

1994

zeigen die Düsseldorfer Marionetten einen Ausschnitt aus „Der Mond“. Auf Einladung des Goethe-Institutes fliegt das Marionetten-Theater nach Indonesien und bringt europäisches Musiktheater in die javanischen Städte Jakarta, Bandung und Yogyakarta.

Das Stadtmuseum Düsseldorf widmet dem Marionetten-Theater im Februar

1995

eine Ausstellung. Das Düsseldorfer Marionetten-Theater organisiert mit der europäisch-indonesischen Figurentheaterwoche sein bislang größtes Festival mit zehn internationalen Gastbühnen.

Die Vorbereitungen zu „Metropolis-Visionen“ von Udo Sander nach dem Stummfilm von Fritz Lang beginnen

1996

, bis im September

1997

die langersehnte Uraufführung über die Bühne geht.

1998

wird zum dritten Mal ein Michael-Ende-Stück einstudiert: „Das Gauklermärchen“ mit Musik von Wilfried Hiller.

1999

findet mit dem Mozart-Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ das erste Mal eine Premiere außerhalb der Theaterräumlichkeiten statt: bei einem dreiwöchigen Gastspiel in Schloss Benrath, Düsseldorf.

Von Juni bis Oktober

2000

zeigt das Düsseldorfer Marionetten-Theater im Deutschen Pavillon auf der Expo 2000 in Hannover in einer Gastspielreihe eine Uraufführung: „Der Geigenseppel“ nach Wilhelm Busch von Elisabeth Woska mit Musik von Wilfried Hiller. Im Oktober hat „Der Geigenseppel“ mit zwei weiteren Stücken als Busch-Abend „Wilhelm Busch und die Folgen der Musik“ von Wilfried Hiller seine Düsseldorfer Premiere.

2001

findet die Tagung des Verbandes „Deutscher Puppentheater“ e.V. (und damit verbunden ein Puppentheaterfestival) in Düsseldorf statt, an deren Organisation das Düsseldorfer Marionetten-Theater beteiligt ist. Theaterleiter Anton Bachleitner kann bereits sein 20-jähriges Bühnenjubiläum in Düsseldorf feiern. Der Fundus ist auf über 450 Figuren angewachsen.

2002

feiert „Momo“ nach dem Märchen-Roman von Michael Ende mit Musik von Wilfried Hiller Premiere im Marionetten-Theater.

Im Juni

2003

erscheint Anton Bachleitners Bildband „Die Düsseldorfer Marionetten“, der alle Inszenierungen von 1981 bis 2002 dokumentiert und erklärt, wie ein stationäres Marionettentheater funktioniert. Im Oktober wird William Shakespeares Komödie „Ein Sommernachtstraum“ inszeniert.

Pfingsten

2004

gastiert das Marionetten-Theater in Polen und nimmt in Katowice an einem Puppentheaterfestival teil und spielt zwei weitere Vorstellungen im Teatr Lalek Banialuka in Bielsko-Biala.
Im November zeigt der digitale Theaterkanal des ZDF neunmal die Aufzeichnung der Momo-Inszenierung. Am 19. November 2004 findet die Gründungsversammlung des „Freundeskreis Düsseldorfer Marionetten-Theater e.V.“ statt.

Im September

2005

feiert „Die Schöne und das Biest“ nach dem Märchen von Jeanne-Marie Leprince de Beaumont Premiere auf der Marionettenbühne.

Das Theaterjubiläum „50 Jahre Marionetten-Theater in Düsseldorf“ wird

2006

mit einem Festprogramm und einer Jubiläumsausstellung in der Kreissparkasse Düsseldorf gefeiert.

Im März

2007

wird die Märchenkomödie „Der Drache“ von Jewgenij Schwarz zum ersten Mal auf die Düsseldorfer Marionettenbühne gebracht.

Im Oktober

2008

gehen „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ nach dem Kinderbuchklassiker von Michael Ende zum ersten Mal in Düsseldorf auf ihre große Abenteuerfahrt.

Im Oktober

2009

feiert die Fortsetzung des Kinderbuchklassikers von Michael Ende „Jim Knopf und die Wilde 13“ Premiere im Marionetten-Theater.

2010 / 2011

konnte das Foyer renoviert und die Bühnen- und Beleuchtungstechnik auf den neuesten Stand gebracht werden.

Im Oktober

2012

bringt das Theater Michael Endes Weltbestseller „Die unendliche Geschichte“ mit viel Aufwand auf die Marionettenbühne.

Im Frühjahr

2013

ist das Marionetten-Theater bei der Ausstellung „Michael Ende – Die Wiederverzauberung der Welt“ als Kooperationspartner des Heinrich-Heine-Instituts beteiligt.


2015

wird dem Theater ein Nutzungsverbot der Produktionsräume, der Probebühne und des Theaterbüros wegen Brandschutzmängel erteilt; das Theaterbüro wird vorübergehend ausgelagert.


Im Juni

2016

kann das Theater das Theaterbüro neu beziehen und feiert das 60-jährige Theaterjubiläum. Im Herbst findet die Ausstellung „60 Jahre Marionetten-Theater in Düsseldorf“ in der Stadtsparkasse Düsseldorf statt.

Emanuel und Franz Zangerle
Die Gründer des Marionettentheaters: Emanuel und Franz Zangerle mit Faust und Mephisto 1954
Winfred Zangerle mit Irmhild Radtke Zangerle
Winfred Zangerle mit Irmhild Ratke 1977
Anton Bachleitner beim Schnitzen 1981
Anton Bachleitner beim Schnitzen 1981
Düsseldorfer Marionetten-Theater:
Bilker Str. 7 im Palais Wittgenstein, 40213 Düsseldorf
Theaterkasse und Kartenvorverkauf: Di bis Sa 13.00 - 18.00 Uhr und eine Stunde vor
Vorstellungsbeginn
Tel. 0211 / 32 84 32, Fax: 0211 / 13 36 80
Regelmäßige Vorstellungen: Sa 15.00 Uhr, Mi bis Sa 20.00 Uhr